ALLESANDERSPLATZ

ANDERS ÖFFNEN + ANDERS WIRKEN + ANDERS PRODUZIEREN

Forschung

Seit 2019 wirken am Haus der Statistik am Alexanderplatz mitten in Berlin unterschiedliche Initiativen, Kollektive, Vereine, Stiftungen und Institutionen in einem gemeinwohlorientierten Modellprojekt zusammen. Als „Allesandersplatz“ laden sie in künstlerischen, kulturellen und sozialen Formaten die Menschen dieser Stadt ein, das neu entstehende Quartier mitzugestalten. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den darstellenden Künsten: Performer*innen und Theaterschaffende proben und zeigen hier regelmäßig ihre Arbeiten. 
(Mehr Infos: https://hausderstatistik.org/pioniernutzungen/)

Mit Beginn der Bauphase ist es nun an der Zeit, darüber nachzudenken, wie aus der bisherigen Praxis eine tragfähige Struktur werden kann: Künstler*innen des Vereins „Bühnen der Statistik“ entwickeln dafür mit weiteren Akteur*innen des Hauses, externen Expert*innen der Freien Szene und mit Menschen der Stadtgesellschaft ein Konzept für die langfristige Ausrichtung einer transdisziplinären, nachhaltigen, inklusiven Spielstätte.

In einem kollektiven Forschungsprozess entstehen Ideen, die den Bedarfen der Stadt Berlin und ihrer Freien Szene in ihrer Vielfalt gerecht werden sollen. Ziel ist es, einen Ort zu entwerfen, der den bisherigen Akteur*innen weiterhin Raum bietet, sich aber gleichzeitig einer breiteren Gruppe Mitwirkender öffnet. Drei Werkstätten mit festen Kernteams forschen zu den Themenräumen: Wie anders wirken? Wie anders produzieren? Wie anders öffnen?

Werkstatt 1: Wie anders wirken?

  • Wie kann ein solidarisches Theater als Labor für eine solidarische Stadt funktionieren? Welche Definitionen und Praktiken von Solidarität gibt es, speziell in Kunst und Kultur? Welche Solidar-Praktiken möchte die Spielstätte entwickeln?
  • Wie könnte eine Spielstätte am Haus der Statistik aussehen, welche die Bedarfe der Freien Szene Berlins berücksichtigt und gleichzeitig die sie umgebende Infrastruktur einbezieht?
  • Wie definiert sich ein Ort, an dem verschiedene Menschen gerne Zeit verbringen, wie kann er räumlich und funktional gestaltet werden?
  • Wie könnte eine Spielstätte am Haus der Statistik nicht nur Veranstaltungs-, sondern auch Forschungs- und Bildungsstätte werden – im Kiez, innerhalb der Freien Szene, der Stadtgesellschaft und mitten in der Welt?

Werkstatt 2: Wie anders produzieren?

  • Wie kann die Spielstätte zum Modell werden für eine von Anfang bis Ende gedachte materielle und immaterielle Nachhaltigkeit?
  • Wie kann ein Betriebsmodell so gedacht werden, dass Arbeits- und Produktionsprozesse inklusiv, ressourcenschonend und auf maximale Teilhabe ausgerichtet werden?
  • Wie lässt sich der finanzielle Bedarf der Spielstätte dimensionieren und welche nachhaltigen Finanzierungsmodelle sind denkbar?
  • Wie können Wissen und Erfahrung innerhalb der Struktur geteilt werden, um im Prozess Flexibilität und Resilienz herzustellen?

Werkstatt 3: Wie anders nach innen und außen öffnen?

  • Wie kann eine Programmarbeit aussehen, die sich mit Akteur*innen am Haus der Statistik, mit der Nachbarschaft, der Stadtgesellschaft und der Freien Szene nachhaltig verbindet? Welche Formen, Prozesse und Entscheidungsstrukturen sind dafür denkbar?
  • Wie können offene, niedrigschwellige Formate für aktives Mitmachen (weiter-)entwickelt werden? Wie kann ein Wissenstransfer aus partizipativen Arbeitsprozessen aussehen und verstetigt werden?
  • Wie kann – über aktives Involvement, Outreach und Empowerment – Diversität auf Produzent*innenseite und im Publikum erreicht werden?
  • Wie kann die Spielstätte ein diskriminierungsfreier Lernort, Streitort oder Ort des konzentrierten Zuhörens sein? Welchen Leitbildprozess möchte sie sich geben?

Während der Forschungsarbeit werden bestehende Methoden und Modelle unter die Lupe genommen und für die Gegebenheiten am Haus der Statistik und dessen Umgebung überprüft. Dabei wird der Versuch unternommen, über Schwierigkeiten und Mängel produktiv ins Gespräch zu kommen. Funktionierendes soll verstetigt oder weitergedacht werden. Neben einer intensiven (Lektüre-)Recherche werden Gespräche mit internen wie auch externen Expert*innen geführt und ausgewertet. Zur Konkretisierung werden Workshops, kleinere Veranstaltungen oder Performances durchgeführt, die als „Reallabore“ dem Ausprobieren und Analysieren vorläufiger Ergebnisse dienen sollen. Eine kontinuierliche Dokumentation und Ergebnissicherung ist Voraussetzung für das Funktionieren des Vorhabens.

Neben einem Wissenstransfer innerhalb der Freien Szene interessiert uns auch ein spartenübergreifender Austausch. Erste Ansätze sollen auf Arbeits- und Produktionsprozesse am Haus der Statistik Einfluss nehmen und auf den Forschungsprozess selbst dynamisch einwirken.

Jede Werkstatt wird von einem Kernteam geleitet. Der Gesamtprozess wird von einem Koordinationsteam strukturiert und vernetzt sowie von einem Beirat begleitet.

Teil der Forschung ist das Gespräch mit der Stadt: Wir sind neugierig auf viele Begegnungen und laden alle Interessierten herzlichst ein, mit uns in Austausch zu kommen!

Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR

Programm

Hier veröffentlichen wir zeitnah unser Programm.
Wir freuen uns auf Euch!

Mitwirkende

Rolf Kemnitzer, Anne-Sylvie König (Dramatische Republik), Andreas Tiedemann (Ohrpilot), Ini Dill, Daniel Drabek (die elektroschuhe), Werner Waas (Barletti/Waas), Jakob Gerber, David Heim, Hannah Rumstedt (Nie-Theater), Muriel Nestler (AG Materielle Infrastruktur der Koalition der Freien Szene Berlin, Kostümkollektiv), Daniel Wittkopp, Deniz Bolat, Martin Clausen, Jakob Elisabeth, Uta Plate, Hajo Toppius 

Kontakt

[email protected]

Modellprojekt Haus der Statistik

ZUsammenKUNFT Berlin eG 
Karl-Marx-Allee 1, 10178 Berlin